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Privacy Segmentation Index nach Harris und Westin

Anna Lena Fehlhaber

Der Privacy Segmentation Index  (PSI) wird bereits seit den späten 1970ern verwendet, um Bedenken bzgl. des Datenschutzes zu operationalisieren und zu quantifizieren. In der Forschung wird dieser zudem als Referenzwert zur Verortung der eigenen Forschungsergebnisse gebraucht.

Der Privacy Segmentation Index unterteilt Individualakteure, Organisationen oder Gesamtgesellschaften in drei unterschiedliche Kategorien:

  • privacy fundamentalists
  • privacy pragmatists
  • privacy unconcerned

Innerhalb der Forschung hat es sich etabliert, die Unterscheidung und Kategorisierung mit Hilfe von drei Aussagen und deren Übereinstimmungsmuster zu bestimmen. Die vorgelegten Aussagen beziehen sich auf Organisationen des Privatsektors, und begrenzen damit den abgefragten bereich. Misstrauen gegenüber der Datenerhebung von Regierungen beispielsweise wird durch die Aussagen nicht abgefragt, ist aber ein in den letzten Jahren relevanter Bereich öffentlicher Aufmerksamkeit geworden. Neben einigen methodischen Schwächen tendieren Erhebungen, die den Privacy Segmentation Index bestimmen, dazu, kurzfristige Zugehörigkeiten abzubilden. So ergaben sich etwa nach dem Terroranschlag von 2011 deutliche Verschiebungen, die in den Folgejahren wieder rückgängig waren. Bei der Auswertung dieser Daten ist entsprechende Vorsicht bei der Ableitung von Kausalitäten und Korrelationen anzubringen. Einen großen Vorteil bietet das Verfahren in der Einfachheit der Umsetzung zur Erhebung des Index. Nichtsdestotrotz dürfen angesprochene Schwächen des Verfahrens nicht ignoriert werden, insbesondere wenn aus diesen Kennzahlen politische oder unternehmensbezogene Strategien abgeleitet werden sollen.

 

Verwendete Literatur:

  • Gutwirth et a. (2009): Reinventing Data Protection?
  • Xu et al. (2016): Social, Cultural, and Behavioral Modeling: 9th International Conference.

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