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Historische Beispiele: Cäsar Chiffren

Andre Rohrberg

Eines der prominentesten Beispiele für eine historische Art der Textverschlüsselung findet sich in der, nach dem römischen Feldherrn Julius Gaius Cäsar benannten, Cäsar Chiffre. Der Namensgeber verwendete sie um seine militärische Korrespondenz zu verschlüsseln, wobei offenbar der Schlüssel drei Anwendung fand.

Die Cäsar Chiffre stellt eine Form der Verschiebechiffre, sowie eine Sonderform der Substitutionschiffre, dar.

Um ein Chiffrat zu generieren, wird jeder Buchstabe um eine festgelegte Zahl im Alphabet, nach rechts verschoben, der dortig vorgefundene Buchstabe wird anstelle des Ausgangsbuchstaben verwendet. Die Anzahl der verschobenen Positionen ist somit gleichbedeutend mit dem Schlüssel, um das Dechiffrat zu rekonstruieren.
Wird das Ende des verwendeten Alphabets erreicht, wird der Prozess am Anfang fortgeführt. Wird eine Cäsar-Chiffre mit dem Schlüssel 5 verwendet, ergibt sich also die folgende Darstellung des Alphabets:

a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z a b c d e

Cäsar Chiffren sind anfällig für einfache kryptanalytische Verfahren, wie der Häufigkeitsanalyse. Dies ist besonders gegeben, da der Schlüssel lediglich eine der 26 Lettern des Alphabets sein kann – wird also der häufigste Buchstabe einer Sprache, etwa durch ein genügend großes Chiffrat bestimmbar, so wird zugleich auch der Schlüssel für das vollständige Dechiffrat offenkundig. Jedoch ist eine Summe von möglichen 25 Schlüsseln so marginal, dass die Chiffre durch bloßes ausprobieren, selbst von Hand, und ohne nennenswerten Zeitverlust, lösbar bleibt.

 

Verwendete Literatur:

  • Cohen (1990): A Short History of Cryptography.
  • Paar und Pelzl (2016): Kryptografie verständlich.

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