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Cybercrime in den Medien

Anna Lena Fehlhaber

Das Phänomen Cybercrime erfreut sich seit geraumer Zeit einer hohen Beliebtheit im öffentlichen Diskurs.

Das erscheint nicht verwunderlich, da nicht erst mit dem Aufkommen des Deep Webs („Darknet“) und der deutschen medialen Aufarbeitung des Amoklaufs in München 2016 Straftaten mit Hilfe von Computern begangen werden.

Bereits in den frühen 1970er Jahren wurden mit Hilfe des damaligen Arpanets Drogen gehandelt und Prozesse in diesem Kontext koordiniert. Auch Raubkopien von Software erfreuten sich hoher Beliebtheit und wurden auf verschiedenen Plattformen gehandelt. Mit Beginn der 2000er und dem Aufkommen frei zugänglicher Crimeware konnten auch Nutzer ohne IT Erfahrung diese Werkzeuge für Betrugsdelikte nutzen. Die Tendenz, Menschen ohne entsprechende Kenntnisse mit Hilfe von visuellen und frei verfügbaren Tools entsprechende Möglichkeiten einzuräumen ist als ansteigend zu konstatieren. Die Partizipation an DDoS-Angriffen ohne entsprechende vertiefende Kenntnisse für das Anonymous Kollektiv eröffnete eine weitere politische Dimension von Cybercrime. Entsprechende Werkzeuge für einen Distributed-Denial-of-Service-Angriff sind leicht zugänglich und mittlerweile auch für Privatpersonen zu bewerkstelligen, die dadurch aktiven Einfluss auf Konkurrenten oder Konzerne ausüben können.

Mit dem eingangs erwähnten Amoklauf in Deutschland 2016 verlagerte sich die Aufmerksamkeit hin zum sogenannten Dark Net, respektive auf die peer-to-peer Software TOR. Durch TOR wurden Nutzern unabhängig von Vorkenntnissen Möglichkeiten an die Hand gegeben, ihre Identität zu verschleiern und auf Hidden Services und Onion Sites zuzugreifen. Vor der Aufdeckung diverser Geheimdokumente und der NSA Affäre 2013 war die Thematik Deep Web wenig präsent und weitestgehend unbekannt, die Auseinandersetzung und Nutzung beschränkte sich auf einen kleinen Kreis von Nutzern, die häufig entsprechendes fachliches Wissen für die verwendete Technik mitbrachten.

Verwendete Literatur:

  • BKA (2017): Bundeslagebilder Cybercrime 2016.
  • Dornseif (2005): Phänomenologie der IT-Delinquenz: Computerkriminalität, Datennetzkriminalität, Multimediakriminalität, Cybercrime, Cyberterror und Cyberwar in der Praxis.
  • Huber (2015): Cybercrime.
  • Franosc (2017): Das Darknet – ein rechtsfreier Raum? Überlegungen zur Notwendigkeit einer Digitalen Agenda für das Straf- und Strafprozessrecht.
  • Wood (2010): A Digital Copyright Revolution.

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