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Anwendungsfälle: Datenschutz

Anna Lena Fehlhaber

Für den Datenschutz gibt es variante Anwendungsfälle, von denen im Folgenden einige exemplarisch dargestellt werden sollen. Die Gefahren für das Persönlichkeitsrecht erfahren unterschiedliche Aufmerksamkeit, ebenso divergent sind ihre Begründungen und die für sie genannten Legitimationen.

Als ein sehr bekanntes und medial häufig kritisiertes Beispiel ist Google zu nennen, dessen Wirkbereich sich über E-Mail, Recherche, Werbevermarktung, soziale Netzwerke und viele weitere Bereiche erstreckt. Durch die Monopolisierung von Nutzerdaten ist die Gefahr entsprechend hoch, dass mit der Erhebung und Verwendung der sensiblen Informationen unter Anbetracht des Maßstabs der Verhältnismäßigkeit deutsches, aber auch europäisches Datenschutzrecht gefährdet wird. Auch bei weniger prominenten Beispielen, etwa die Erhebung von Nutzungsdaten beim Gebrauch eines Autos oder sogar eines Schuhs (!) und die Übermittlung und Weiterverarbeitung dieser ist unter datenschutzrechtlichen Bestimmungen als kritisch anzusehen.

Es gibt Möglichkeiten, dieser Monopolisierung entgegen zu wirken, und die Preisgabe persönlicher Daten auf mehrere Anbieter zu verteilen. Dies wird von vielen als unpraktikabel empfunden,  da die Verknüpfung verschiedener Accounts miteinander mittlerweile gängiger Standard ist. Die konsequente Nutzung von Einmal-E-Mailadressen, der Kauf eines Handys ohne Fingerabdrucksensors und die Nicht-Benutzung von Google Maps oder ähnlichen Navigationsdiensten scheint für viele beinahe unmöglich, und auf Dauer nicht praktizierbar. Entsprechend ist es sehr abhängig von dem jeweiligen Bereich, ob eine Substitution des datenschutzrechtlich bedenklichen Dienstes überhaupt subjektiv als möglich empfunden wird.

Trotzdem besteht die Option, durch Umleitung von Suchabfragen oder Ausweichen auf (häufig kostenpflichtige) Dienste die eigenen Daten vor Verkauf und Missbrauch, oder Weiterverarbeitung zur Generierung von monetären Vorteilen, zu schützen. Insbesondere bei sozialen Netzwerken oder Messengern wird es jedoch schwierig, ein solches Vorhaben alleine umzusetzen. Trotz der häufig kritisierten Datenschutzbestimmungen von beispielsweise WhatsApp fühlen sich nach aktuellen Umfragen viele Befragte nicht in der Lage, ohne diese zu agieren und im Kontakt mit für die Individuen wichtigen Bezugspersonen oder Arbeitskollegen zu bleiben. Politische Maßnahmen werden in diesem Kontext unabdingbar, um persönliche Daten konsequent zu schützen.

 

Verwendete Literatur:

  • Krügel (2017): Informations-Technologierecht. Skript.
  • Vieweg (2016): Datenschutz: Vernetzt und verraten.

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